3. Tempel führt zum 3. Weltkrieg

Politik

Artikel mit Erlaubnis des israel heute Magazins, www.israelheute.com

 

Die Moslems scheinen den möglichen Bau des Dritten Tempels in Jerusalem ernster zu nehmen als die jüdische Bevölkerung selbst. In der Einweihung der Jerusalemer Hurva Synagoge im März meinten Israels Mos­lems, ein historisches Signal für die Errichtung eines jüdischen Tempels zu sehen. „Rettet Jerusalem vor der jüdischen Gefahr! Rettet die AI-Aksa­Moschee vor der Zerstörung! Rettet euch vor der jüdischen Welteroberung, die mit dem Bau des Dritten Tempels erfüllt wird!`, warnten in den israe­lischen Medien moslemische Politiker und Kleriker vor Israels Absicht, einen jüdischen Tempel an Stelle der AI-Aksa­Moschee zu errichten. Ihrer Ansicht nach treibt der Bau des Dritten Tempels in den dritten Weltkrieg!

Die Islamische Bewegung in Israel und das fanatische Hamasregime im Gazastrei­fen nutzen jede Möglichkeit, die Gefahr eines Dritten Tempels in die Schlagzeilen zu drängen. Israels Bauprojekte in Jerusa­lem und auch die Synagogeneröffnung, deren Kuppel höher ist als die zwei Moschee-Kuppeln auf dem Tempelberg, erhitzten arabische Gemüter im Land. So wünschte der geistliche Führer der Islamischen Bewegung, Scheich Kamal Khatib, dass die Hurva-Synagoge wieder dem Erdboden gleich gemacht werde. „Die Juden haben kein Recht auf Jeru­salem. Jedes Sandkörnchen in Jerusalem gehört den Moslems!", wetterte Khatib im israelischen Rundfunk „Ihr, die ihr die Hurva-Synagoge heute in Jerusalem einweiht, werdet diese wieder als Ruine sehen", rief Hamasführer Muhammad al-Zahar im Gazastreifen. „Ihr habt eure eigenen Propheten ermordet und immer nur mit Geldgeschäften und Zerstörung gehandelt. Euer Schicksal ist die Zerstö­rung! Ihr steht mit dem Teufel im Bunde."

Es stimmt, dass Juden auf den Dritten Tempel warten. Aber dies hat nichts mit der Einweihung der Hurva-Synagoge zu tun. Und doch hetzen die islamischen Warnrufe die arabische Bevölkerung Israels auf. Je näher an den Moscheen auf dem Tempelberg, desto lauter. „Jüdische Bautätigkeit im östlichen Stadtteil Jeru­salems ist Israel gemäß arabischem und westlichem Verständnis verboten", erläu­terte der Nahostexperte Yechiel Shaby gegenüber ISRAEL HEUTE. „Wenn Araber sich in jüdischen Vierteln Jerusalems niederlassen, wird dies im Ausland als Koexistenz gelobt. Aber sobald Juden in den arabisch geprägten Stadtteil ziehen, spricht die Welt von Eroberung, Sied­lungsbau und Provokation."

„Allein die Pläne für einen Drit­ten Tempel verursachen den Krieg Armageddon", warnte der arabische Knessetabgeordnete Taleb ei Sana (50) gegenüber ISRAEL HEUTE. „Es wird Zeit, dass sich die Juden klar machen, dass ein Dritter Tempel nicht in Frage kommt und einen Weltkrieg anzettelt. Mehr als eine Milliarde Moslems würde deswegen Israel stürmen."

Anders betonte dies der arabische Knessetabgeordnete und Führer der Islamischen Bewegung in Israel, Ibrahim Sarsur (51). „Die Juden haben bereits den dritten Tempel gebaut, nämlich den Staat Israel", so Sarsur zu ISRAEL HEUTE. „Die Juden können weiter träumen, so wie es die Christen tun und von dem himm­lischen und irdischen Jerusalem schwär­men. Sobald die Juden aus ihrem Traum aufwachen und den Dritten Tempel wirk­lich bauen, wird der dritte Weltkrieg aus­brechen. Und in diesem Krieg wird zuerst Israel verschwinden - nicht die 1,5 Milli­arden Moslems. Jerusalem und der Tem­pelberg sind islamisches Privateigentum und nicht jüdisches!"

„Die Araber glauben ihren eigenen Lügen",  erklärte uns der messianische Kommentator Zwi Sadan. „Es ist nicht neu, dass Moslems Lügen über angeb­liche Pläne Israels, den Tempel zu bauen, verbreiten. Wenige einzelne Juden ausge­nommen, ist die Mehrheit damit zufrie­den, vom Dritten Tempel nur zu träumen. Die Leute hoffen, dass dieser eines Tages auf übernatürliche Weise erscheint. Was keiner will, ist Krieg. Die arabischen Knessetabgeordneten erinnern Israel daran, dass dies ein Kampf um ein Erbe ist. Daher ist die Behauptung Sarsurs interessant, der Jerusalems Tempelberg als privates Eigentum des Islam bean­sprucht." Dafür müssten die Juden, so Sadan, zunächst auf ihr historisches Erbe verzichten. Und dies sei eine Vorstellung, die den Träumen von Sarsur, Tibi und anderen Moslems entsprungen sei.

Die Moslems wollen einen Keil zwi­schen Israel und seine Geschichte und sein Erbe treiben. Shaby: ,Wenn es den Palästinensern mit westlicher Unterstützung gelingt, Israel von seinem histo­rischen und rechtlichen Kulturerbe in Jerusalem, Bethlehem und Hebron zu isolieren, würde der Zionismus nur noch bloßer Kolonialismus. Die israelische Gesellschaft muss unbedingt erfassen, dass israelische Souveränität komplett illegal würde, sobald Jerusalem als Wohnplatz für Juden illegal wäre. Zionismus ohne Judentum — das erinnert an die Buren in Südafrika, die Franzosen in Algerien, und die Kreuzfahrer im Heiligen Land. So etwas ist gefährlich, und darauf steuern die arabischen Politiker hier im Land zu."

"AI-Aksa-Moschee wurde nach dem Koran gebaut'

„Der jüdische Tempelberg ist das Zentrum Jerusalems. Schon der Prophet Hesekiel sprach detailliert von einem außergewöhnlichen Tempel, der in der Zukunft gebaut werden soll", erklärte der messianische Historiker Gerschon Nerel gegenüber ISRAEL HEUTE. „In unseren Tagen wird Jerusalem zur zentralen und hochsensiblen Herausforderung für die gesamte Welt. Schließlich werden alle Nationen gegen Jerusalem ziehen, und der Islam wird die Führungsposition in dieser Kriegskoalition haben. Danach wird der Messias wiederkommen und sich dem Volk zu erkennen geben."

„Es kann nicht genug betont werden, dass Jerusalem niemals Hauptstadt irgendeiner islamischen Souveränität war", so der Islamexperte Mordechai Kedar Zu ISRAEL HEUTE. „Nicht einmal für die Gegend Palästinas nach der islamischen Eroberung im 7. Jahrhundert. Damals war Ramle die Hauptstadt. Mohammed, der im Jahr 632 starb, war kein einziges Mal in Jerusalem, und 25 Jahre nach seinem Tod wurde Damaskus, nicht Mekka, zur Hauptstadt des Islam deklariert."

„Ich glaube nicht, dass Juden einen Dritten Tempel in Jerusalem errichten können. Ich kenne ein wenig Theologie und weiß, dass der Dritte Tempel dem jüdischen Glauben gemäß vom Himmel her erscheinen wird. Sobald Gott dies zulässt, werde auch ich nicht dagegen sein`, meinte der arabische Knessetabgeordnete Masud Ganaim (44), der an den Bibelstunden im israelischen Parla­ment teilgenommen hat, gegenüber ISRAEL HEUTE.

„Um Jerusalem für die Moslems relevant zu machen, obwohl die Stadt im Koran gar nicht erwähnt wird, wurde die Geschichte von Moham­meds Nachtreise zur entfernten Moschee, die in der Nähe von Mekka

liegt, auf Jerusalem hin ausgelegt", sagte Kedar. Aber auch als der Koran geschrie­ben wurde, existierte noch keine Moschee in Jerusalem. „Auf diese Sache gründet der Islam seine Position im Streit mit den älteren Religionen. Judentum und Chri­stentum sollen zerstört werden und auf ihren Trümmern der Islam erstehen."

In den Jahren 1948 bis 1967 waren das Westjordanland einschließlich Ost­jerusalem unter jordanischer, und der Gazastreifen unter ägyptischer Kontrolle. Warum forderte damals kein arabisches Land, dass man den Palästinensern einen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt zu gönnen habe? Mit der jüdischen Rückkehr ins Gelobte Land wird der dritte Tempel­bau in Jerusalem wieder relevant, und davor hat der Islam Angst. Die Herrschaft über Jerusalem gibt den Palästinensern laut Kedar die islamische Legitimation, so, wie der saudische König die religiöse Legitimation in Bezug auf Mekka und Medina hat. „Aus diesem Grund können sie auf Jerusalem nicht verzichten, weil sie sonst von den Moslems als Verräter ver­flucht werden."

Auch wenn die arabischen Knesset-abgeordneten es nicht wörtlich ausspre­chen, wird Jerusalem zum gefährlichen Taumelbecher. „Das Gerede von einem Dritten Tempel ist nicht nur Fantasie, sondern eine wirkliche Gefahr", sagte uns der frühere erste arabische Minister in Israel, Raleb Majadele (57). „Ich habe mir schon immer Sorgen gemacht, dass auf dem Tempelberg das Böse ausbre­chen wird und Extremisten die Al-Aksa­Moschee anzünden. Netanjahu und seine Regierung fördern gefährliche Pläne, den Tempel in Jerusalem zu errichten."

Laut dem arabischen Knesset-abgeordneten Achmed Tibi (52) wird der Bau eines Dritten Tempels der größte und gefährlichste Albtraum in dieser emp­findlichen Region sein. „Bis heute waren die Reden vom Tempelbau nur Träume jüdischer Randgruppen, aber unter der neuen Regierung von Netanjahu erhal­ten diese Gruppen Rückenwind", so Tibi gegenüber ISRAEL HEUTE. „Es ist Netan­jahu, der unter der Al-Aksa-Moschee gräbt, Häuser arabischer Familien im Dorf Silwan abreißt und Jerusalem judai­siert. Danach wird er die Moslems aus der Al-Aksa-Moschee evakuieren, damit Juden den Dritten Tempel errichten können."

Wie in biblischer Zeit haben Israels Feinde den Gott Israels oft mehr gefürch­tet als das Volk selbst. So ging es Rahab, die den zwei Spionen gegenüber zugab (Josua 2): „Ich weiß, dass der Herr euch das Land gegeben hat, denn ein Schrecken ist über uns gefallen vor euch." Im März sagte uns ein 70-jähriger Palästinenser aus der Gegend von Hebron: „Wir haben beobachtet, wie sich Israel im Gegensatz zu uns seit seiner Staatsgründung entwi­ckelte. Da ist Segen über Segen! Vielleicht ist der Gott Israels doch stärker als Allah?" Genau diese Ungewissheit ist es, die den Moslems Angst macht.

 

Aviel Schneider, israel-heute

Aktualisierung: 10.03.2011 - 20:10 / Redakteur: Webmaster
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